Faszinierende Fotos aus düsterer Zeit

Rheinische Post 07.12.2012 - Tim Harpers

Die Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges auf Duisburg liegen zwar fast sieben Jahrzehnte zurück, aber erschüttern noch immer. Der Verein "Zeitzeugenbörse" präsentiert einen Bildband mit vielen bislang unveröffentlichten Dokumenten.

Die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges auf Duisburg sind bis heute spürbar. Erst in der vergangenen Woche mussten rund 7000 Bürger aus Kasslerfeld und Neuenkamp ihre Wohnungen räumen, weil an der A 40 eine Fliegerbombe gesprengt werden musste. Die Schreckensgeschichte ist eng mit dem 14. Oktober 1944 verbunden: An diesem Tag befahl das alliierte Oberkommando die größte Luftoperation des Zweiten Weltkrieges, die "Operation Hurricane". Im Zuge dieses Militärschlages wurden mehrere Tausend Tonnen Sprengmaterial über der Stadt abgeworfen. Das Ziel des Einsatzes: die Zerstörung der industriellen Infrastruktur der Waffenschmiede des Deutschen Reiches – des Ruhrgebietes.

Dieses Thema hat der Verein "Zeitzeugenbörse Duisburg" aufgegriffen und in dem Bildband "Bomben auf Duisburg" (jetzt "Duisburg im Bombenhagel") dokumentiert. Gestern stellten die beiden Autoren und Stadthistoriker Harald Molder und Reinhold Stausberg ihr Buch vor.

Auf 128 Seiten werden 152 bislang unveröffentlichte Fotografien und Dokumente aus öffentlichen und privaten, nationalen und internationalen Sammlungen gezeigt. Zeitzeugenberichte von Duisburgern und ehemaligen Soldaten der alliierten Luftstreitkräfte erinnern dabei an die dramatischen Folgen der Bombenabwürfe. Vor allem der größte Binnenhafen der Welt und die Kohle-, Stahl- und Chemie-Industrie machten die Stadt für die britische Royal Air Force zu einem zentralen Angriffsziel im Zweiten Weltkrieg.

Auf den Bildern sind zerstörte Industrieanlagen wie die August-Thyssen-Hütte, die Friedrich-Alfred-Hütte in Rheinhausen, die Schmierölwerke Rheinpreußen und zahlreiche beschädigte Wohnquartiere abgebildet. Daneben aber auch die Ruinen von vielen bekannten Bauwerken der Stadt.

Die beiden Weltkriegsforscher wollten mit ihrem Werk vor allem deutlich machen, wie hoch der Preis war, den die Industriemetropole und ihre Bewohner für den deutschen Angriffskrieg zu zahlen hatten. "Wir wollten die Geschichte greifbar machen", erklärte Harald Molder die Intention der Autoren. "Es ist uns ganz wichtig, dass das Geschehene nicht in Vergessenheit gerät." Sie wollen aber auch noch lebenden Zeitzeugen die Möglichkeit geben, ihre eigene Vergangenheit nachzuempfinden, ergänzt Co-Autor Stausberg. "Der Krieg hat damals vor der eigenen Haustüre stattgefunden, und das ist tief im Gedächtnis der Betroffenen verwurzelt." Die gezeigten Bilder gewähren jedoch auch der jungen Generation einen Einblick in die Stadtgeschichte während des Krieges. Die Fotos entstammen der Sammlung der Zeitzeugenbörse. Autor Molder hat für das Buch mehr als 3500 Zuschriften von britischen Veteranen ausgewertet.

Die Bücher der ZeitZeugenBörse im Sutton Verlag:

 

 

Duisburg 100 Jahre in Bildern (Mai 2019)

 

Duisburg-Neuenkamp und Kaßlerfeld in alten Bildern (Februar 2019)

 

Laar, Beeck, Beecker-
werth in historischen Fotografien (2017)

Die Duisburger Eisen-bahnen in alten Foto-
grafien (2017)

Duisburger Zechen in historischen Fotografien
(2016)

Walsum in historischen Fotografien (2016)

 

Duisburg-Ruhrort in alten Fotografien (2016)

Zeitsprünge:
Rheinhausen (2015)

Duisburg-Hochfeld und das Dellviertel (2015)

Duisburg-Homberg und -Hochheide (2015)

 

Duisburg-Meiderich (2014)

Zeitsprünge: Duisburg-Süd (2014)

 

Duisburger Hütten- werke (2014)

Die Duisburger Straßenbahn (2014)

 

Duisburg-Neudorf (2013)


Zeitsprünge: Alt-Duisburg (2013)

 
Rheinhausen (2013)

 

Duisburg im Bombenhagel (2012)

 
Duisburg-Duissern (2012)

 

Alte Gaststätten und Cafés (2012)

Duisburg-Großenbaum  und Rahm (2011)