Vom St. Joseph Hospital zur Rhein Klinik

150 Jahre bewegte und bewegende Krankenhausgeschichte im Duisburger Norden

Wochen Anzeiger vom 09.12.2017 - Reiner Terhorst

Vor genau 150 Jahren wurde an der Florastraße in Laar in einem umgebauten Wohnhaus ein kleines Krankenhaus errichtet. Das war die Geburtsstunde des St. Joseph-Hospitals. Dass sich in eineinhalb Jahrhunderten eine Menge verändert und wandelt, macht die bewegte und bewegende Geschichte des Krankenhauses deutlich.

Und diese Geschichte ist in unzähligen Fotos, Dokumenten, Festschriften und Broschüren festgehalten worden. In einer Feierstunde wurde dieses geschichtsträchtige Material gezeigt und zugleich eine Gedenktafel der Öffentlichkeit übergeben, die kurz und bündig und dennoch informativ den Weg vom St. Joseph-Hospital zur heutigen Helios Rhein Klink beschreibt.

Informative Gedenktafel im Foyer der Klinik
Der Text der Gedenktafel, die jetzt auf Betreiben und Anregung der Bürgervereinigung Laar im Foyer der Klinik ihren Platz gefunden hat, lautet: „Im Jahre 1867 entstand in einem umgebauten Wohnhaus an der Florastraße in Laar das St. Joseph-Hospital. 1877 entschloss sich die kath. Laarer Gemeinde zu einem Neubau an der Apostelstraße. Das Krankenhaus wurde mehrmals erweitert, im zweiten Weltkrieg jedoch fast vollständig zerstört. Nach dem Wiederaufbau reichte schon bald der Platz nicht mehr aus. Ein Neubau an der Ahrstraße in Beeckerwerth wurde geplant und am 7. Januar 1975 fertiggestellt. Seit 2012 gehört das Haus, das zwischenzeitlich zu einer Reha-Klinik umgebaut wurde, zu Helios und heißt Helios Rhein Klinik Duisburg.“

Den „Tafel-Text“ hat Harald Molder, Vorsitzender der „ZeitZeugenBörse Duisburg“, inhaltlich erweitert, aufbereitet und mit Anekdoten und Fotos bereichert. In seinem Festvortrag ließ er die Augen älterer Laarer Bürger leuchten und rief bei den jüngeren Besuchern der kleinen Feierstunde manches Staunen hervor.

So manches schlummerte im Verborgenen
Archivar Reinhold Stausberg hat aus seinem in vielen Jahren zusammengetragenen Material so manches im Verborgenen schlummerndes Schätzchen zutage gebracht. Besondere Aufmerksamkeit erregte ein gut erhaltenes, über 100 Jahre altes Fotoalbum aus früheren „St. Joseph-Tagen“, das Stausberg im Internet entdeckte und für sich und Laar an Land zog.

Ohne die Bürgervereinigung Laar mit ihrer Vorsitzenden Petra Hülswitt und Geschäftsführer Heinz Pischke wäre das Jubiläum kaum oder gar nicht beachtet worden. Claudia Meßthaler, seit kurzem Geschäftsführerin der heutigen Helios Rehaklinik für Geriatrie und Orthopädie: „Wenn Sie nicht gewesen wäre, das 150-jährige Bestehen wäre vermutlich an uns vorbeigegangen.“

Cholera und Arbeitsunfälle: Krankenhaus erforderlich
Mitte des 19. Jahrhunderts stieg die Laarer Bevölkerung durch die Industrialisierung und vor allem durch die Phönix-Hütte rasant an. Die engen Wohnverhältnisse in dem einstigen Fischer- und Bauerndorf Laar am Rhein förderten leider auch Infektionskrankheiten wie die Cholera, von Arbeitsunfällen ganz zu schweigen. Ein „eigenes“ Krankenhaus für die Arbeiterfamilien war zwingend erforderlich.

In zwei Weltkriegen wurde das St. Joseph-Hospital „ganz schön in Mitleidenschaft gezogen“, wie es Molder formulierte. Aber stets wurden durch die Wiederaufbauten neue Ziele gesetzt und erreicht. Bereits in den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts kam es zu einem „Übungsraum für orthopädische Geräte“, von den Laarern damals „Folterkammer“ genannt. Das war im Grunde genommen schon ein erstes Zeichen für die heutige Nutzung als Rehaklinik.

Laarer Krankenhaus in den 70er Jahren in Beeckerwerth
Der Neubau aus den 70-er Jahren steht nicht mehr in Laar, sondern „hinterm Deich“ in Beeckerwerth. Schmunzelnd macht noch das Wort vom „Laarer Krankenhaus in Beeckerwerth“ die Runde. „Heute helfen wir mit vielen Ärzten, Therapeuten und Mitarbeitern des Pflegediensts Menschen im fortgeschrittenen Alter zu mehr Selbständigkeit und Lebensfreude“, meinten der Ärztliche Direktor Dr. Thomas Zeile und Chefarzt Dr. Andreas Hachenberg beim Jubiläumsempfang.

Zwei besondere Veranstaltungen hat die Rheinhauser Bücherinsel geplant. Rheinhausen gestern und heute - Wie sah Rheinhausen früher aus, wie haben sich Standorte im Laufe vieler Jahre verändert? Mit dem Bildband „Rheinhausen- früher und heute“ aus dem Sutton Verlag bekommen Rheinhauser die Gelegenheit, sich einmal mehr mit der Rheinhauser Geschichte zu beschäftigen. Am Mittwoch, 28. Oktober, um 19.30 Uhr, wird Harald Molder von der Duisburger Zeitzeugenbörse in der Rheinhauser Bezirksbibliothek am der Händelstraße 6 das Buch vorstellen und viele zum Teil bisher unveröffentlichte Fotos zeigen. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei, die Bücherinsel Rheinhausen wird an diesem Abend mit einem Büchertisch vertreten sein.

Ein Blick in die Geschichte | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/west/ein-blick-in-die-geschichte-aimp-id11178196.html#plx585613110

Die Bücher der ZeitZeugenBörse im Sutton Verlag:

 

 

Duisburg 100 Jahre in Bildern (Mai 2019)

 

Duisburg-Neuenkamp und Kaßlerfeld in alten Bildern (Februar 2019)

 

Laar, Beeck, Beecker-
werth in historischen Fotografien (2017)

Die Duisburger Eisen-bahnen in alten Foto-
grafien (2017)

Duisburger Zechen in historischen Fotografien
(2016)

Walsum in historischen Fotografien (2016)

 

Duisburg-Ruhrort in alten Fotografien (2016)

Zeitsprünge:
Rheinhausen (2015)

Duisburg-Hochfeld und das Dellviertel (2015)

Duisburg-Homberg und -Hochheide (2015)

 

Duisburg-Meiderich (2014)

Zeitsprünge: Duisburg-Süd (2014)

 

Duisburger Hütten- werke (2014)

Die Duisburger Straßenbahn (2014)

 

Duisburg-Neudorf (2013)


Zeitsprünge: Alt-Duisburg (2013)

 
Rheinhausen (2013)

 

Duisburg im Bombenhagel (2012)

 
Duisburg-Duissern (2012)

 

Alte Gaststätten und Cafés (2012)

Duisburg-Großenbaum  und Rahm (2011)