Wie Dörfer städtisch werden

WAZ/NRZ DU-Süd vom 15.05.2011 - Martin Kleinwächter

Geschichte interessiert viele Menschen, vor allem Heimatkunde, alte Ansichten. Und so legte der Erfurter Sutton-Verlag jetzt im Franziskushaus den zweiten Bildband über den Duisburger Süden vor. Er zeigt Großenbaum und Rahm, wie sie einmal waren.

Entstanden ist der Band in Zusammenarbeit mit dem Verein Zeitzeugenbörse e.V.. Er enthält insgesamt 156 Schwarz-weiß-Abbildungen, die von verschiedenen privaten Sammlungen stammen. In einem Lichtbildvortrag führte Harald Molder, Vorsitzender des Vereins, jetzt durch den Band, dessen Bilder den Zeitraum zwischen 1890 und 1970 abdecken.

Vor allem Großenbaum wä­re noch länger ein beschauliches Dorf gewesen, wenn da nicht 1890 auf der Westseite der bedeutenden Köln-Mindener Eisenbahn, die Großenbaum zu dieser Zeit bereits seit über 40 Jahren durchfuhr, das Stahlwalzwerk von Albert Hahn entstanden wäre. Be­reits Mitte der 1920er Jahre, so erklärte Molder den Zuhörern, habe es 3 500 Menschen beschäftigt. Dafür jedoch muss­ten Wohnraum und öf­fentliche Einrichtungen ge­baut werden. Der Ort veränderte sich dadurch.

Und doch hat Großenbaum seinen bäuerlichen Ursprung nur langsam verloren, sind viele Ackerflächen erst in den 1960er Jahren bebaut worden. Wie es zuvor aussah, wie verkehrsarm sich Saarner Straße (ursprünglich Waldstraße), Großenbaumer Allee (Bahnhofstraße) lange präsentierten und wie industriell geprägt sich die Karlstraße (Zum Walkmüller) zeigte, das de­monstrierte Molder ebenso wie alte Ansichten beliebter Gaststätten und Ausflugslokale sowie Überlieferungen von Aktivitäten der örtlichen Vereine, ob Kameradschaftliche Vereinigung, Schützen oder Freiwillige Feuerwehr. Zu sehen sind ferner Ansichten vom Bahnbetrieb. Schließlich hat erst der Eisenbahnbau das Straßendorf für Ansiedlungen interessant gemacht.

Rahm hat seinen dörflichen Charakter vollständig eingebüßt. „Von früher 61 Bauernhöfen existiert heute keiner mehr“, so Molder. Der Band zeichnet auch diesen Wandel vom Dorf zum Vorort für Besserverdienende nach.

Er ist unter dem Titel „Duisburg-Grossenbaum und -Rahm“ in der Reihe „Archivbilder“ in allen Buchhandlungen erhältlich. Der Preis be­trägt 18,95 €, die ISBN-Bestellnummer lautet 978-3-86680-787-7.

Die Bücher der ZeitZeugenBörse im Sutton Verlag:

 

 

Duisburg 100 Jahre in Bildern (Mai 2019)

 

Duisburg-Neuenkamp und Kaßlerfeld in alten Bildern (Februar 2019)

 

Laar, Beeck, Beecker-
werth in historischen Fotografien (2017)

Die Duisburger Eisen-bahnen in alten Foto-
grafien (2017)

Duisburger Zechen in historischen Fotografien
(2016)

Walsum in historischen Fotografien (2016)

 

Duisburg-Ruhrort in alten Fotografien (2016)

Zeitsprünge:
Rheinhausen (2015)

Duisburg-Hochfeld und das Dellviertel (2015)

Duisburg-Homberg und -Hochheide (2015)

 

Duisburg-Meiderich (2014)

Zeitsprünge: Duisburg-Süd (2014)

 

Duisburger Hütten- werke (2014)

Die Duisburger Straßenbahn (2014)

 

Duisburg-Neudorf (2013)


Zeitsprünge: Alt-Duisburg (2013)

 
Rheinhausen (2013)

 

Duisburg im Bombenhagel (2012)

 
Duisburg-Duissern (2012)

 

Alte Gaststätten und Cafés (2012)

Duisburg-Großenbaum  und Rahm (2011)