Neues Buch „Bomben auf Duisburg“ zeigt Fotos der Trümmerstadt

WAZ/NRZ vom 12.12.2012 - Isabel Schoelen

Foto von der zerbombten Poststraße in Duisburg im Oktober 1944.
Foto von der zerbombten Poststraße in Duisburg im Oktober 1944.

In ihrem neuen Buch „Bomben auf Duisburg“ (seit der 2. Auflage heißt das Buch "Duisburg im Bombenhagel") zeigen Harald Molder und Reinhold Stausberg bislang unveröffentlichte Fotografien des Kriegsalltags und der Zerstörung durch die Luftangriffe zwischen 1940 und 1944 in Duisburg. „Den Menschen zeigen, was Krieg bedeutet“, das wollen die Hobbyhistoriker nicht nur mit Bildern, sondern auch mit Berichten von Zeitzeugen und Soldaten.

In der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober 1944 prasseln innerhalb von 18 Stunden 9000 Bomben auf Duisburg nieder. Und noch immer bedrohen die alten Bomben, versteckt und vergessen, die Stadt . Erst kürzlich kam es zu einer kontrollierten Sprengung im Bereich Kaßlerfeld . Harald Molder und Reinhold Stausberg beschäftigen sich in ihrem neuen Buch „Bomben auf Duisburg“ mit diesem Thema.

Der historische Bildband über die Luftangriffe auf Duisburg zwischen 1940 und 1944 beinhaltet auf 128 Seiten zahlreiche hochwertige, bislang unveröffentlichte Fotografien der Zerstörung und des Kriegsalltags. Die Idee, in einem Buch Duisburg im Krieg darzustellen, schwirrte schon lange in den Köpfen von Molder und Stausberg umher. Anfang 2012 begann die Arbeit an dem Bildband. Die 152 Abbildungen stammen aus öffentlichen, privaten, nationalen sowie internationalen Archiven, die der Verein Zeitzeugenbörse Duisburg seit 2007 gesammelt hat und die aufgearbeitet wurden. Viele der Aufnahmen, die in den letzten Jahren hinzugekommen sind, stammen aus England und den USA.

Das Internet hat den Hobbyhistorikern Stausberg und Molder eine ausführliche Aufarbeitung der Stadtgeschichte erst ermöglicht. So zeigt der Bildband Motive aus verschiedenen Blickwinkeln und Milieus. Der Brand eines Öltanks in Wahnheim im März 1945 nach einem Bombenangriff ist zum Beispiel aus der Luft und vom Boden abgebildet. Doch nicht nur Landschaften der Zerstörung sind im Buch zu sehen.

Die erstaunlich scharfen Fotografien zeigen auch die Menschen im Krieg. Zwangsarbeiter, die im Vergleich zu den vernichteten Gebäuden winzig klein wirken, Verwundete in einem Luftschutzstollen, Soldaten, Nachbarn, die sich beim Bau eines Bunkers gegenseitig helfen.

Das kompakte Buch lässt die Fotos nicht unkommentiert. In neun Kapiteln wird erklärt, warum Duisburg als Industriemetropole Ziel zahlreicher Bombenangriffe wurde. Ein ganzes Kapitel wird der „Operation Hurricane “ am 14. und 15. Oktober 1944 gewidmet. Sowohl Duisburger Zeitzeugen als auch ehemalige Soldaten der alliierten Luftstreitkräfte berichten vom schlimmsten Angriff auf Duisburg.

„Wir wollen den Menschen zeigen, was Krieg bedeutet“, sagt Molder, „wie Krieg vor der eigenen Haustür ausgesehen hat“. Und fügt hinzu: „Krieg muss nicht sein.“ Das Buch kostet 18,95 Euro und ist ab sofort in jeder Buchhandlung erhältlich. ISBN: 978-3-95400-107-1

Die Bücher der ZeitZeugenBörse im Sutton Verlag:

 

 

Duisburg 100 Jahre in Bildern (Mai 2019)

 

Duisburg-Neuenkamp und Kaßlerfeld in alten Bildern (Februar 2019)

 

Laar, Beeck, Beecker-
werth in historischen Fotografien (2017)

Die Duisburger Eisen-bahnen in alten Foto-
grafien (2017)

Duisburger Zechen in historischen Fotografien
(2016)

Walsum in historischen Fotografien (2016)

 

Duisburg-Ruhrort in alten Fotografien (2016)

Zeitsprünge:
Rheinhausen (2015)

Duisburg-Hochfeld und das Dellviertel (2015)

Duisburg-Homberg und -Hochheide (2015)

 

Duisburg-Meiderich (2014)

Zeitsprünge: Duisburg-Süd (2014)

 

Duisburger Hütten- werke (2014)

Die Duisburger Straßenbahn (2014)

 

Duisburg-Neudorf (2013)


Zeitsprünge: Alt-Duisburg (2013)

 
Rheinhausen (2013)

 

Duisburg im Bombenhagel (2012)

 
Duisburg-Duissern (2012)

 

Alte Gaststätten und Cafés (2012)

Duisburg-Großenbaum  und Rahm (2011)