Duisserner Begegnungen

WAZ/NRZ vom 07.09.2013 - Fabienne Piepiora

Stefanie Piontek schwelgt in Erinnerungen, als sie das Buch der Zeitzeugenbörse zu Duissern durchblättert. Seit 1966 wohnt die Bewohnerin des Ernst-Ermert-Seniorenheims in Duissern. Ein Freund von ihrem Mann hatte der gebürtigen Oberschlesierin Duisburg empfohlen, in Duissern bekamen sie und ihr Mann eine Wohnung an der Königsberger Allee zugewiesen. Wie sich der Stadtteil über die Jahre verändert hat, wird nur ein Thema sein bei der Veranstaltungsreihe „Duisserner Begegnungen“, die am Montag das erste Mal im Awo-Seniorenzentrum an der Wintgensstraße statt finden wird. „Wir wollen Nachbarn und alle Duisserner einladen, mit uns über alte Zeiten zu plaudern“, erklärt Bettina Vootz, Geschäftsleiterin der Awo-Cura-Seniorenzentren.

„In Wanheimerort ist das Seniorenzentrum eingebettet in das Stadtteilleben. Leider liegen wir hier nicht so zentral, aber wir wollen das Haus für die Menschen aus Duissern öffnen“, beschreibt Bettina Vootz die Idee der „Duisserner Begegnungen“, die künftig zwei Mal im Jahr stattfinden sollen. Zur Premiere hat das Team den Alt-Oberbürgermeister und „Duisserner Jung“ Joseph Krings eingeladen sowie den Bundestags-Kandidaten Mahmut Özdemir, zu dessen Wahlkreis auch Duissern gehört. „Er kommt ja aus Homberg und kann bestimmt noch viel über Duissern lernen“, findet Vootz.

Etwa, dass Duissern eigentlich aus zwei Teilen besteht. „Die Straßenbahn hat Duissern in einen oberen und unteren Teil getrennt. Vor dem alten Arbeitsamt fuhr früher die Straßenbahn 1 nach Dinslaken“, erinnert sich Stefanie Piontek noch an die Zeiten, als die „901“ überirdisch fuhr. Außerdem gab es früher mehr Tante-Emma-Läden als heute. „Es gab sogar noch einen Milchmann, der hat einem die Milchflaschen vor die Tür gestellt, wenn man nicht zu Hause war“, wirft Elvira Ulitzka ein. Die Duissernerin gehört dem Heimbeirat an und weiß, dass es für viele Menschen eine Hemmschwelle gebe, ins Seniorenheim zu kommen. Diese soll mit der öffentlichen Veranstaltung aber nun abgebaut werden.

Denkbar sei auch eine Ausstellung mit alten Stadtansichten, die die Zeitzeugenbörse der Awo zur Verfügung gestellt hat. Zu den ältesten Häusern zählen etwa die „Lindenwirtin“ und die „Kartoffelkiste“. Interessant ist aber auch, wie es früher am Duissernplatz aussah. „Vielleicht bringt der eine oder andere Besucher ja noch alte Fotos mit“, wünscht sich Bettina Vootz.

Es wäre schließlich schade, wenn die Erinnerungen an die alten Zeiten über den Stadtteil einfach so verloren gingen.

Die Bücher der ZeitZeugenBörse im Sutton Verlag:

 

 

Duisburg 100 Jahre in Bildern (Mai 2019)

 

Duisburg-Neuenkamp und Kaßlerfeld in alten Bildern (Februar 2019)

 

Laar, Beeck, Beecker-
werth in historischen Fotografien (2017)

Die Duisburger Eisen-bahnen in alten Foto-
grafien (2017)

Duisburger Zechen in historischen Fotografien
(2016)

Walsum in historischen Fotografien (2016)

 

Duisburg-Ruhrort in alten Fotografien (2016)

Zeitsprünge:
Rheinhausen (2015)

Duisburg-Hochfeld und das Dellviertel (2015)

Duisburg-Homberg und -Hochheide (2015)

 

Duisburg-Meiderich (2014)

Zeitsprünge: Duisburg-Süd (2014)

 

Duisburger Hütten- werke (2014)

Die Duisburger Straßenbahn (2014)

 

Duisburg-Neudorf (2013)


Zeitsprünge: Alt-Duisburg (2013)

 
Rheinhausen (2013)

 

Duisburg im Bombenhagel (2012)

 
Duisburg-Duissern (2012)

 

Alte Gaststätten und Cafés (2012)

Duisburg-Großenbaum  und Rahm (2011)