Hobby-Historiker liebt alte Ansichten

WAZ/NRZ vom 02.01.2014 - Fabienne Piepiora

Das Wohnzimmer von Reinhold Stausberg atmet Duisburger Geschichte. Er hat einen alten Corputiusplan zu Weihnachten geschenkt bekommen, Bierkrüge mit Duisburger Motiven stehen in einer Vitrine, auf dem Tisch ein Miniatur-Modell von Neudorf, das er gerade überarbeitet. Außerdem besitzt der Schreiner diverse Alben mit rund 12 000 historischen Postkarten von Duisburg.

Angefangen hat alles, als der 55-Jährige eine alte Ansichtskarte vom St. Anna-Krankenhaus, seinem Arbeitgeber, auf dem Trödelmarkt fand. „Vorher habe ich alte Bierflaschen gesammelt, aber das wurde immer weniger, deshalb habe ich mich dann auf Karten spezialisiert.“ Nachschub findet der Hobby-Historiker auf Flohmärkten und Tauschbörsen. Dabei interessiert ihn nicht so sehr, wer wem Grüße schickte, sondern eher die alten Stadtansichten. Und die Geschichte. In den 90er Jahren half er ehrenamtlich bei den Ausgrabungen hinterm Rathaus mit. „Manchmal haben wir bis nachts um 1 Uhr gebuddelt.“ Seine Augen leuchten, als er erzählt, wie sie auf alte Latrinen und Mauern stießen. „Duisburger war früher einmal richtig schön. Leider ist im Krieg einiges zerstört worden und dann hat man alte Fassaden einfach abgerissen.“ Reinhold Stausberg bedauert das. Duisburg sei heute nicht mehr an jeder Ecke schön.

Viele Jahr hat der Zeitzeuge, der sich in der Duisburger Zeitzeugenbörse engagiert, in Neudorf gelebt. Diesen Stadtteil findet er besonders spannend. Außerdem engagiert er sich auch heute noch für den Neudorfer Bürgerverein. „In Neudorf gab es früher viel Industrie, viele Brauereien. Auch nach Kohle hat man mal gesucht, aber die Flöze waren wohl nicht so ergiebig.“ Es gab auch einmal eine „Zechenstraße“ in Neudorf, die an diese Versuche erinnerte – sie wurde dann aber in Memelstraße umbenannt. Und als die Firmen wuchsen, Siemens beispielsweise, zogen sie um nach Hochfeld. „Dort gab es auch einen besseren Zugang zum Rhein.“

Mit seiner Sammlung hilft Reinhold Stausberg immer wieder Verlagen beim Zusammenstellen historischer Bücher. Seine Karten waren etwa im jüngsten Neudorfbuch. Aber er beschränkt sich nicht auf einen Stadtteil. Auch über den Norden und Süden hat er viele alte Postkarten in seiner Sammlung. Und er findet auf Börsen immer noch neue Ansichten.

Die Bücher der ZeitZeugenBörse im Sutton Verlag:

 

 

Duisburg 100 Jahre in Bildern (Mai 2019)

 

Duisburg-Neuenkamp und Kaßlerfeld in alten Bildern (Februar 2019)

 

Laar, Beeck, Beecker-
werth in historischen Fotografien (2017)

Die Duisburger Eisen-bahnen in alten Foto-
grafien (2017)

Duisburger Zechen in historischen Fotografien
(2016)

Walsum in historischen Fotografien (2016)

 

Duisburg-Ruhrort in alten Fotografien (2016)

Zeitsprünge:
Rheinhausen (2015)

Duisburg-Hochfeld und das Dellviertel (2015)

Duisburg-Homberg und -Hochheide (2015)

 

Duisburg-Meiderich (2014)

Zeitsprünge: Duisburg-Süd (2014)

 

Duisburger Hütten- werke (2014)

Die Duisburger Straßenbahn (2014)

 

Duisburg-Neudorf (2013)


Zeitsprünge: Alt-Duisburg (2013)

 
Rheinhausen (2013)

 

Duisburg im Bombenhagel (2012)

 
Duisburg-Duissern (2012)

 

Alte Gaststätten und Cafés (2012)

Duisburg-Großenbaum  und Rahm (2011)