Duisburger Jecken schunkeln wie in alten Zeiten

WAZ vom 25.01.2016 - Sabine Merkelt-Rahm

Matrosen, Kapitäne und Fischweiber: Die Duisburger Zeitzeugenbörse feierte „Karne Wal“ passend zum maritimen Motto dieser Session.

 „Karne Wal“ feierte die Duisburger Zeitzeugenbörse (ZZB) in einer „selbstgeklöppelten Sitzung“, wie der erste Vorsitzende Harald Molder zur Begrüßung der zahlreichen Gäste im Lokal des Kleingartenvereins „Heimaterde“ in Wanheimerort sagte.

Im Vorjahr hatten die Zeitzeugen zum ersten Mal mit einer eigenen Sitzung auf die Arbeit ihres Vereins aufmerksam gemacht. Das maritime Motto dieser Session „300 Jahre Hafen in Du – Wir Jecken gratulieren dazu!“ ist wie für einen Geschichtsverein gemacht. Die närrischen ZZ-Börsianer hatten ihre Bühne entsprechend mit einem selbstentworfenen Bild der verwinkelten Ruhrorter Altstadt geschmückt, auf dem neben dem historischen „Tönnekesdrieter“ auch die vielleicht nicht ganz so historische Kneipe „Zum schwangeren Wal“ abgebildet war. Dort konnte sich vor der stilechten Kulisse alles tummeln, was nun mal in einen Hafenstadtteil gehört, wie leichte Mädchen, schwere Jungs, Kommissare im Ruhestand, jede Menge Matrosen, einige Kapitäne, Fischweiber und naja, auch ein verirrter Wal.

Die Zukunft hatte ihren großen Auftritt

Bevor der Karneval aber im Laufe des späteren Abends so richtig historisch zu werden versprach, hatte die Jugend und damit die Zukunft ihren großen Auftritt. Die Kinderprinzencrew stürmte die Bühne und sorgte für den ersten Anfall von Schunkellaune im Publikum. „Hallo ich bin Emma I. und seit meiner Geburt Mitglied in der KG Königreich Duissern“, outete sich die zehnjährige Kinderprinzessin als erstaunlich „alter Hase“ im Karnevalstreiben.

Auch Prinz Nico II., Page Celina und Hofmarschall David blicken schon auf längere Karnevalskarrieren zurück. Kein Wunder eigentlich, um in der knappen Session über 100 Auftritte durchzustehen, muss man wohl schon etwas Übung mitbringen.

Viel trainiert hatte auch das Tanzmariechen „Kimi“ vom MCV Meiderich. Der kleine, erst achtjährige Tanzfloh wirbelte ganz alleine über die Bühne und ließ das silberne Röckchen fliegen. Das Publikum wusste ihren Tanz und auch ihren Mut zu schätzen und belohnte die Darbietung mit reichlich Applaus.

Rheinlieder-Potpourri

Steffen Ranisch, erster Vorsitzender des MCV Meiderich und Gastmoderator bei der Zeitzeugen-Sitzung kündigte das Rheinlieder-Potpourri an, zu dem sich die Gastgeber auf der Bühne versammelten. Die klärten dann endlich die Frage „Was will der weiße Wal im Rhein?“, mal richtig blau werden nämlich. Bei dem Klassiker „Wenn das Wasser im Rhein goldener Wein wär“, fiel die Musik aus. „Dann singen wir halt einfach ohne“, entschied Harald Molder kurzerhand. Er erwies sich als Vorsänger von stimmlichem Format und der Musikausfall hob tatsächlich die Laune, weil alle mitsangen. Der Saal hielt auch beim „Heidewitzka, Herr Kapitän“ mit und beteuerte gemeinsam, es sei doch so schön im „Dunkele zu schunkele“.

Und wenn ihnen inzwischen nicht die Rheinlieder ausgegangen sind, dann sind sie vielleicht immer noch dran.

Erinnerungsarbeit organisieren und vernetzen

Die Zeitzeugenbörse möchte Erinnerungsarbeit organisieren und vernetzen. Sie sucht deshalb Zeitzeugen, die ihre erlebten Geschichten zur Duisburger Stadtgeschichte in einer bestimmten Zeit oder an einem speziellen Ort weitergeben möchten.

Auf Wunsch sollen Zeitzeugen auch an Schulen, Journalisten, Studenten und andere Interessierte vermittelt werden, um Erlebnisse direkt schildern zu können. Die Zeitzeugenbörse will aber auch die aktuelle Stadtgeschichte dokumentieren.

Weitere Infos gibt es auf www.zzb-duisburg.de.

Zwei besondere Veranstaltungen hat die Rheinhauser Bücherinsel geplant. Rheinhausen gestern und heute - Wie sah Rheinhausen früher aus, wie haben sich Standorte im Laufe vieler Jahre verändert? Mit dem Bildband „Rheinhausen- früher und heute“ aus dem Sutton Verlag bekommen Rheinhauser die Gelegenheit, sich einmal mehr mit der Rheinhauser Geschichte zu beschäftigen. Am Mittwoch, 28. Oktober, um 19.30 Uhr, wird Harald Molder von der Duisburger Zeitzeugenbörse in der Rheinhauser Bezirksbibliothek am der Händelstraße 6 das Buch vorstellen und viele zum Teil bisher unveröffentlichte Fotos zeigen. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei, die Bücherinsel Rheinhausen wird an diesem Abend mit einem Büchertisch vertreten sein.

Ein Blick in die Geschichte | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/west/ein-blick-in-die-geschichte-aimp-id11178196.html#plx585613110

Die Bücher der ZeitZeugenBörse im Sutton Verlag:

 

 

Duisburg 100 Jahre in Bildern (Mai 2019)

 

Duisburg-Neuenkamp und Kaßlerfeld in alten Bildern (Februar 2019)

 

Laar, Beeck, Beecker-
werth in historischen Fotografien (2017)

Die Duisburger Eisen-bahnen in alten Foto-
grafien (2017)

Duisburger Zechen in historischen Fotografien
(2016)

Walsum in historischen Fotografien (2016)

 

Duisburg-Ruhrort in alten Fotografien (2016)

Zeitsprünge:
Rheinhausen (2015)

Duisburg-Hochfeld und das Dellviertel (2015)

Duisburg-Homberg und -Hochheide (2015)

 

Duisburg-Meiderich (2014)

Zeitsprünge: Duisburg-Süd (2014)

 

Duisburger Hütten- werke (2014)

Die Duisburger Straßenbahn (2014)

 

Duisburg-Neudorf (2013)


Zeitsprünge: Alt-Duisburg (2013)

 
Rheinhausen (2013)

 

Duisburg im Bombenhagel (2012)

 
Duisburg-Duissern (2012)

 

Alte Gaststätten und Cafés (2012)

Duisburg-Großenbaum  und Rahm (2011)