Helios Rheinklinik blickt auf 150 Jahre Geschichte zurück

WAZ vom 30.10.2017 - Sabine Merkelt-Rahm

Die Helios Rheinklinik feiert Jubiläum. Die Geschichte des Hauses begann mit dem Bau des St. Joseph-Hospitals für Arbeiterfamilien in Laar.

Bei einer Feierstunde zum 150. Geburtstag in der Rhein Klinik Duisburg sind Mitarbeiter und Gäste jetzt tief eingetaucht in die Geschichte des 1867 als St. Joseph-Hospital in Laar gegründeten Krankenhauses. Seit der Übernahme des einistigen Katholischen Klinik-Verbundes wird es als Rehabilitationsklinik vom Helios-Konzern betrieben.

„Uns wäre das Jubiläum glatt entgangen, wenn der Laarer Bürgerverein nicht darauf aufmerksam gemacht hätte“, räumte Claudia Meßthaler, die frischgebackene Geschäftsführerin der Rehaklinik für Geriatrie und Orthopädie bei der Begrüßung ein.

Altes Fotoalbum im Internet entdeckt
Die Tippgeber Petra Hülswitt und Heinz Pischke engagieren sich auch in der Duisburger Zeitzeugenbörse und hatten den „Oberbörsianer“ Harald Molder um einen Diavortrag zum Thema gebeten. Der kam mit alten Briefen, Zeitungsartikeln und einem mächtigen, in dickes Leder gebundenen Fotoalbum über das Hospital, das ein Aktiver der Zeitzeugenbörse vor zwei Jahren im Internet entdeckt hatte.

Als die Laarer Bevölkerung nach 1850 durch den Zuzug von Arbeitern für die Phönix Hütte rasant anstieg, da brachten die sehr beengten Wohnverhältnisse im einstigen Fischer-und Bauerndorf auch Infektionskrankheiten wie die Cholera mit sich, erinnerte Molder seine Zuhörer. Ein eigenes Krankenhaus für die Arbeiter und ihre Familien musste her. Nach kleinen Anfängen in einem Mietshaus an der Florastraße, eröffnete 1867 das St. Joseph-Hospital zwischen Austraße und Apostelstraße. Viele Laarer erinnern den mehrfach erweiterten Bau mit der gebogenen Auffahrt und den großen Krankensälen noch gut. In denen führten von Anfang an Clemensschwestern ein oft gar nicht so mildes Regiment. Alte Bilder zeigen die „Folterkammer“, den hochmodernen Übungssaal für orthopädische Behandlung, den es schon ab 1905 gab. 1927 wurde ein Isolierhaus angebaut. Nach dem zweiten Weltkrieg konnte das zerstörte Hospital wieder aufgebaut werden, aber in den 60ger Jahren wurde es endgültig zu klein.

Neubau für 20 Millionen D-Mark
Der Neubau mit veranschlagten Baukosten von 20 Millionen D-Mark auf dem Gelände eines Schrebergartenvereins in Beeckerwerth direkt am Rhein entstand Anfang der 1970er Jahre. In den 80ern machte die hochmoderne Druckkammer zur Behandlung der Taucherkrankheit von sich reden. Die Schließung des Akut-Krankenhauses in katholischer Trägerschaft kam noch vor der Jahrtausendwende, seither ist der nüchterne Bau mit der Betonfassade eine Rehaklinik. Die Bushaltestelle vor der Tür heißt noch immer St. Joseph Hospital, aber vielen Mitarbeitern war die Historie des Hauses vor Molders Vortrag weitgehend unbekannt. Demnächst wird sie eine Tafel, die der Laarer Bürgerverein gestiftet hat, an 150 Jahre Industrie- und Lokalgeschichte erinnern.

Fenster-Aufkleber: „Bitte nicht die Möwen füttern“
Etwa 2500 Patienten machen in der Rheinklinik, gelegen an der Ahrstraße in Beeckerwerth in unmittelbarer Nähe zum Rheindeich, jährlich ihre dreiwöchige Rehabilitation in den Bereichen Geriatrie und Orthopädie. Davon nutzen 500 die Möglichkeit einer orthopädisch-ambulanten Reha.

Der ehemalige Hubschrauberlandeplatz ist heute zu einem Geh-Übungsparcours mit unterschiedlichen Untergründen umgestaltet.

Versorgt werden die Patienten auf fünf Etagen von 150 Mitarbeitern, von denen 114 eine Vollzeitstelle haben. Das Haus gehört dem Verbund der Reha-Kliniken des Helios-Konzerns an.

„Das Schiff“ wird die Rheinklinik wegen des grandiosen Blicks über das Wasser von den Mitarbeitern im Helios-Verbund genannt. Vielleicht auch deshalb, weil es an den Westfenstern Aufkleber gibt: „Bitte nicht die Möwen füttern“.

Zwei besondere Veranstaltungen hat die Rheinhauser Bücherinsel geplant. Rheinhausen gestern und heute - Wie sah Rheinhausen früher aus, wie haben sich Standorte im Laufe vieler Jahre verändert? Mit dem Bildband „Rheinhausen- früher und heute“ aus dem Sutton Verlag bekommen Rheinhauser die Gelegenheit, sich einmal mehr mit der Rheinhauser Geschichte zu beschäftigen. Am Mittwoch, 28. Oktober, um 19.30 Uhr, wird Harald Molder von der Duisburger Zeitzeugenbörse in der Rheinhauser Bezirksbibliothek am der Händelstraße 6 das Buch vorstellen und viele zum Teil bisher unveröffentlichte Fotos zeigen. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei, die Bücherinsel Rheinhausen wird an diesem Abend mit einem Büchertisch vertreten sein.

Ein Blick in die Geschichte | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/west/ein-blick-in-die-geschichte-aimp-id11178196.html#plx585613110

Die Bücher der ZeitZeugenBörse im Sutton Verlag:

 

 

Duisburg 100 Jahre in Bildern (Mai 2019)

 

Duisburg-Neuenkamp und Kaßlerfeld in alten Bildern (Februar 2019)

 

Laar, Beeck, Beecker-
werth in historischen Fotografien (2017)

Die Duisburger Eisen-bahnen in alten Foto-
grafien (2017)

Duisburger Zechen in historischen Fotografien
(2016)

Walsum in historischen Fotografien (2016)

 

Duisburg-Ruhrort in alten Fotografien (2016)

Zeitsprünge:
Rheinhausen (2015)

Duisburg-Hochfeld und das Dellviertel (2015)

Duisburg-Homberg und -Hochheide (2015)

 

Duisburg-Meiderich (2014)

Zeitsprünge: Duisburg-Süd (2014)

 

Duisburger Hütten- werke (2014)

Die Duisburger Straßenbahn (2014)

 

Duisburg-Neudorf (2013)


Zeitsprünge: Alt-Duisburg (2013)

 
Rheinhausen (2013)

 

Duisburg im Bombenhagel (2012)

 
Duisburg-Duissern (2012)

 

Alte Gaststätten und Cafés (2012)

Duisburg-Großenbaum  und Rahm (2011)