Jecken feiern historischen „Karneval wie Anno Pief“

WAZ/NRZ vom 02.02.2018 - Volker Poley

Zum „Karneval Anno Pief“ lud die Zeitzeugenbörse schon zum fünften Mal ein. In der Gaststätte „Zur Laterne“ sangen die Gäste selbst.

Zeit- und Stadtgeschichte zu bewahren und an spätere Generationen weiterzuvermitteln hat sich die Duisburger Zeitzeugenbörse zur Aufgabe gemacht. Dass man dabei das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden kann, bewiesen die regen Hobby-Historiker am Mittwochabend: Da hatten sie – bereits zum fünften Mal – zum „Karneval Anno Pief“ eingeladen.

Gemeint ist damit der Kneipenkarneval früherer Zeiten, der noch ohne große „Show -Acts“ auskam und bei dem die Gemütlichkeit im Vordergrund steht. In diesem Jahr feierte man in der Traditionsgaststätte „Zur Laterne“ am Sonnenwall, in der bereits seit dem Jahr 1886 Gäste bewirtet werden. Rund 50 Jecke hatten es sich dort in der Gaststube gemütlich gemacht, um gemeinsam Karneval „der alten Art“ zu feiern. Harald Molder, umtriebiger Vorsitzender der Duisburger Zeitzeugen, hatte das Ganze organisiert und - natürlich - „schon etwas vorbereitet.“

Stadtprinz Udo I. schunkelt mit
Ganz im Stil der „guten alten Zeit“ sorgte Herbert Imig mit seinem Akkordeon für die passende musikalische Begleitung. Molder gab auch dabei die Richtung vor. Auf seine Frage: „Herbert, hasste mal ein Lied vom Rhein?“ reagierte der Dinslakener Musiker prompt und stimmte „Schön ist die Liebe im Hafen“ an. Der Zeitzeugenboss ließ das gerade noch gelten, denn immerhin passte das ja auch zu Duisburg. Danach ging’s aber stimmungsmäßig wie gewünscht weiter. Dafür sorgten Melodien wie „Einmal am Rhein“, „Wenn das Wasser im Rhein goldner Wein wär’“ und anderes traditionelles Liedgut.

Diese Art Karneval hatten die Duisburger in Köln wiederentdeckt: „Wir haben das bei einer Veranstaltung der Willi-Ostermann-Gesellschaft miterlebt, die so in der Kölner Altstadt feierte.“ Die Idee nahmen die Gäste mit in ihre Heimatstadt und organisierten ihrerseits den nunmehr jährlich in der „fünften Jahreszeit“ stattfindenden nostalgischen Karnevalsabend.

Natürlich machten auch die Kinderprinzencrew und Stadtprinz Udo I. mit Gefolge beim Zeitzeugenbörse-Karneval ihre Aufwartung. Improvisation war bei der Gelegenheit angesagt. Als beim Gesangsbeitrag der Kinderprinzencrew die Technik streikte, sangen die Karnevals-Kids halt kurz entschlossen live und „a capella“. Und für die Tanz-Performance „der Großen“ reichte der Platz in der Laterne auch nicht aus. Aber gemeinsames Singen und Schunkeln war - zur Freude der Anwesenden - immer noch möglich.

Büttenrede in gereimter Form
Für einen weiteren Höhepunkt sorgte Zeitzeugen-Chef Molder selbst. In seiner Büttenrede – in gereimter Form prima dargebracht – nahm er Bezug auf den allerersten Rosenmontagszug, der in Duisburg im Jahr 1928 stattfand. Der Zug, bei dem Prinz Hans I. (Johannes Neuhäuser) umjubelt wurde, führte über eine 13 Kilometer lange Strecke von Duissern bis Hochfeld und zurück zum Dellplatz.

Das ist nun genau 90 Jahre her. Was lag da für die Zeitzeugenbörse näher, als zu diesem Anlass einen Fotoband herauszubringen, der sich mit dem Ereignis befasst und am Rosenmontag der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Dort ist auch zu erfahren, dass es viele Diskussionen im Vorfeld des Premieren-Zuges gab. Harald Molder schmunzelnd: „Ein Pfarrer befürchtete durch den Straßenkarneval sogar den Untergang der edlen deutschen Rasse.“

>>>> Das neue Buch erscheint am Rosenmontag
Das Buch der Zeitzeugenbörse über den ersten Duisburger Rosenmontagszug erscheint am Montag, 12. Februar, im Eigenverlag. Das Buch enthält 380 Seiten und ist mit 300 Fotos bebildert. Erwerben kann man das „Rosenmontagsbuch“ bei der Duisburger Zeitzeugenbörse.

Kontakt zur Zeitzeugenbörse und weitere Infos gibt es unter: 0173/448 4805, per E-Mail: info@zzb-duisburg.de

Zwei besondere Veranstaltungen hat die Rheinhauser Bücherinsel geplant. Rheinhausen gestern und heute - Wie sah Rheinhausen früher aus, wie haben sich Standorte im Laufe vieler Jahre verändert? Mit dem Bildband „Rheinhausen- früher und heute“ aus dem Sutton Verlag bekommen Rheinhauser die Gelegenheit, sich einmal mehr mit der Rheinhauser Geschichte zu beschäftigen. Am Mittwoch, 28. Oktober, um 19.30 Uhr, wird Harald Molder von der Duisburger Zeitzeugenbörse in der Rheinhauser Bezirksbibliothek am der Händelstraße 6 das Buch vorstellen und viele zum Teil bisher unveröffentlichte Fotos zeigen. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei, die Bücherinsel Rheinhausen wird an diesem Abend mit einem Büchertisch vertreten sein.

Ein Blick in die Geschichte | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/west/ein-blick-in-die-geschichte-aimp-id11178196.html#plx585613110

Die Bücher der ZeitZeugenBörse im Sutton Verlag:

 

 

Duisburg 100 Jahre in Bildern (Mai 2019)

 

Duisburg-Neuenkamp und Kaßlerfeld in alten Bildern (Februar 2019)

 

Laar, Beeck, Beecker-
werth in historischen Fotografien (2017)

Die Duisburger Eisen-bahnen in alten Foto-
grafien (2017)

Duisburger Zechen in historischen Fotografien
(2016)

Walsum in historischen Fotografien (2016)

 

Duisburg-Ruhrort in alten Fotografien (2016)

Zeitsprünge:
Rheinhausen (2015)

Duisburg-Hochfeld und das Dellviertel (2015)

Duisburg-Homberg und -Hochheide (2015)

 

Duisburg-Meiderich (2014)

Zeitsprünge: Duisburg-Süd (2014)

 

Duisburger Hütten- werke (2014)

Die Duisburger Straßenbahn (2014)

 

Duisburg-Neudorf (2013)


Zeitsprünge: Alt-Duisburg (2013)

 
Rheinhausen (2013)

 

Duisburg im Bombenhagel (2012)

 
Duisburg-Duissern (2012)

 

Alte Gaststätten und Cafés (2012)

Duisburg-Großenbaum  und Rahm (2011)